Stadtgeschichte Kaarst
(...über das Mittelalter ...bis in die Neuzeit
...ins heutige Kaarst ...das Stadtwappen)
Die Anfänge von Kaarst ...
Bereits im 1. Jahrhundert vor Christus siedelten
germanische Stämme am Rand des Hamarithiwaldes
in unmittelbarer Nähe des heutigen Büttgen. Beim Bau des Kaarster
Autobahnkreuzes fand man 7 Gräber, die in das 7. Jahrhundert nach Christus
datiert werden. Sie enthielten als Beigaben Waffen, Schmuck und auch eine
Goldmünze. Daraus und aus heute noch gebräuchlichen Orts- und Hofnamen, kann man
auf eine Besiedlung des heutigen Stadtgebiets bereits in fränkischer Zeit
schließen.
Ein erstes schriftliches Zeugnis über eine Besiedlung
besitzen wir aus dem Jahr 793 n. Chr. In der Vita Sankti Ludgeri, der Lebensbeschreibung
des ersten Bischofs von Münster, wird geschildert, Ludger habe von Budica aus den Wald
Hamarithi durchwandert. Budica ist der ehemalige Name von Büttgen.
Kaarst wird als "Karlesforst" urkundlich erstmals im Jahr 1218 erwähnt. Der
Name Karl war in der Familie der fränkischen Könige gebräuchlich. Der
bekannteste Karl der fränkischen Königsfamilie war der in Aachen residierende
Karl der Große, worauf die volkstümliche Überlieferung anknüpft, daß Kaarst auf
Karl den Großen zurückzuführen ist.

Carlesvorst um 1200 n. Chr

über das Mittelalter ...
Karlesforst und Budica müssen im Mittelalter ein
blühendes kirchliches Leben gehabt haben. Hiervon zeugen noch heute die beiden
ältesten Bauwerke der Stadt, die St.-Martinus-Kirche in Kaarst und die Pfarrkirche St.
Aldegundis in Büttgen, die beide aus dem 12. Jahrhundert stammen.
In den folgenden Jahrhunderten führten die
Büttgener und Kaarster ihr Leben als Bauern und Handwerker. Sie nahmen zwangsläufig
teil an den Auseinandersetzungen der Territorialmächte
im damaligen Römischen Reich deutscher Nation, an den Glaubenskriegen und den
europäischen Kriegen. In dieser Zeit wurden die Orte Kaarst und Büttgen durch
Karl den Kühnen (1474 bis 1475), in den truchsässischen Kriegen (1585 bis 1586)
und im dreißigjährigen Krieg mehrfach zerstört, geplündert und gebrandschatzt.
Auf einem Hof in Büttgen wurde 1591 Jan von Werth geboren, der später als
Reitergeneral Berühmtheit erlangte.

Die Lauvenburg
... unter französischer Besetzung ...
Die Franzosen geben nach ihrer Eroberung des Rheinlandes
im Jahr 1798 dem hiesigen Raum eine neue Verwaltungsstruktur. Die Mairien Kaarst und
Büttgen werden dem Kanton Neuss zugeordnet. Ein
Überbleibsel dieser Zeit ist noch heute der Nordkanal. Napoleon hatte ihm einst
große wirtschaftliche Bedeutung als Wasserstraße zwischen Maas und Rhein
zugedacht. Fertig wurde jedoch nur das Teilstück zwischen Neuss und Neersen.
1810 wurden die weiteren Ausbauarbeiten ganz eingestellt. 1823 wurde der Kanal
dann allerdings für den Kohletransport von Neuss nach Neersen schiffbar gemacht
und um 1850 bis zur Eröffnung der Bahnlinie wurden sogar Personen befördert.
... bis in die Neuzeit ...
Die Bahnlinie Neuss-Viersen entlang des Nordkanals
wurde 1877 eröffnet. An ihr wurde ein Jahr später in Holzbüttgen der
Bahnhof Kaarst gebaut. Die Eisenbahn beeinflusste die bauliche Entwicklung beträchtlich,
weil die Verbindung vom Kirchdorf zum Bahnhof eine neue Leitlinie darstellte, an der
entlang sich Wohnhäuser und Gewerbebetriebe ansiedelten. Mit einigen kleineren
Fabriken begann der Einzug gewerblicher Arbeitsplätze in das heutige
Stadtgebiet, das bis dahin hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt wurde.
... mit verschiedenen Verwaltungsreformen ...
In preußischen Zeiten gab es mehrere Gebiets- und
Verwaltungsreformen. So trat Kaarst 1912 die Neusserfurth an Neuss ab. Als Gegenleistung richtete die
Stadt 1924 eine Straßenbahnlinie Neuss-Kaarst ein. 1936 schloss man die Orte
Kaarst und Büttgen zu einem Amt nach preußischem Recht zusammen, das aber später
wieder aufgelöst wurde. Die Amtsverwaltung wurde nach Büttgen verlegt, das
damals 4.400 Einwohner hatte, wogegen Kaarst mit 2.600 Einwohnern wesentlich kleiner war.

Der zweite Weltkrieg brachte erhebliche Zerstörungen
für Holzbüttgen und Vorst, verschonte aber Büttgen und Kaarst weitgehend, so daß
von beiden Gemeinden mehr als 1000 Flüchtlinge aufgenommen werden konnten.
... in die heutige Stadt Kaarst
Im Zuge der großen
Verwaltungsreformen der 70er Jahre wurden die Dörfer Kaarst und Büttgen zu einer
Großgemeinde zusammengefügt. Bei ihrer Gründung am 1. Januar 1975 hatte die neue
Gemeinde Kaarst 33.500 Einwohner. Die neue Großgemeinde mußte die bisherigen
Ortsteile Heide und Brücke von Kaarst nach Neuss abgeben und aus dem früheren
Gemeindegebiet von Büttgen wurden große Teile des Büttger Waldes der neuen
Gemeinde Korschenbroich zugeschlagen. Dagegen wurden die bislang zu
Korschenbroich gehörenden Teile der Weilerhöfe und Rottes in die hiesige
Gemeinde überführt.
Das 1. Gesetz zur Funktionalreform macht Kaarst mit den
Ortsteilen Büttgen, Holzbüttgen, Vorst und Driesch mit Wirkung vom 1. Januar 1981
zur mittleren kreisangehörigen Stadt (38.383 Einwohner).
Seit April 1994 hat Kaarst eine neue Stadtmitte. Hier
ist ein anziehender Stadtmittelpunkt mit Geschäften, Dienstleistungsbetrieben und Wohnungen
sowie ein Stadtgarten mit angrenzender Wasserfläche geschaffen worden. Im Bürgerhaus
wird zu Konzerten, Vorträgen, Sitzungen und Versammlungen eingeladen und im
benachbarten neuen Rathaus sind in modernen und bürgerfreundlichen Räumen die
Verwaltungsdienststellen zusammengefaßt.

Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Kaarst
Homepage der Stadt Kaarst
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