Das Wichtigste aus meinem Sicherheitstraining
Arbeitsplatz Auto
Denken Sie immer daran, mit welcher Wucht lose Gegenstände
beim Aufprall Ihres Autos durch den Innenraum schießen. Die Rückbank und
die Hutablage sollten nie für schwere Dinge genutzt werden. Schwere Dinge
gehören in den Kofferraum. Wenn man die äußeren Gurte der Rücksitzbank
über Kreuz schließt, ist diese gegen Durchschlagen der Ladung aus dem
Kofferraum zusätzlich gesichert.
Sitzposition
Sie sollten nie mit ausgestreckten Gliedmaßen Auto fahren.
Arme und Beine sollten immer klar angewinkelt sein. Die Rückenlehne sollte
Schulterkontakt haben. Die Kopfstütze mindestens in Augenhöhe, besser
in Höhe Schädeloberkante einstellen. „Gurt rettet Leben” -
aber nur, wenn er straff anliegt. Keine dicke Kleidung zwischen Gurt und
Körper lassen. Dies alles gilt auch für Beifahrer.
Bremsen
Trainieren Sie den Bremsschlag weiter! Bei laufendem
Motor im Stand immer mal wieder üben. Bei fremden Autos klarmachen: ist
das Auto ABS- oder konventionell gebremst? Grundsatz im Notfall: zu hart
bremsen geht nicht.
Lenken
Halten und führen Sie Ihr Lenkrad immer mit zwei
Händen, nur so können Sie schnell und kontrolliert reagieren, ausweichen,
oder das Auto einfach nur ruhig halten. Die Lenkradhaltung sollte immer
„10 vor 2” bis „Viertel vor 3” sein.
Grundsatz: Weniger lenken ist oft mehr. Aber Achtung: wenn es darum geht
mittels Gegenlenken ein ausbrechendes Heck wieder einzufangen! Dann ist
auch mal schnelles Lenken eventl. bis zum Anschlag nötig. Eine solche
Fahrerreaktion bedarf aber extrem viel Übung, sonst ist häufig ein Gegenpendler
oder Dreher die Folge!
Jetzt hilft nur noch eins „BREMSSCHLAG”!
Blickführung
Trainieren Sie Ihren Blick!
Schauen Sie weit, besonders in Kurven. Suchen Sie immer wieder Fluchtwege
und Lücken, falls es mal eng wird. Fahren Sie versetzt zum Vordermann.
Reifen
Das Wichtigste in Kürze:
• Mindestens 3 mm Profil, auch wenn der Gesetzgeber nur 1,6 mm vorgibt
• Die Reifen sollten höchstens 6 Jahre alt sein (Winterreifen 4 Jahre)
• Regelmäßige Luftdruckkontrolle, auch das Reserverad!
• Sommerreifen im Sommer und Winterreifen im Winter
• Bessere Reifen immer nach hinten
Die Reifen auf der Hinterachse müssen Ihr Auto führen
und stabil halten. Beim Verlust der Seitenführung an der Hinterachse kommt es fast unweigerlich zum
Dreher. Grundsatz: Sie brauchen vier gute Reifen, aber die besseren davon gehören immer auf die
Hinterachse.
Fahren Sie mindestens von Oktober bis Ostern auf Winterreifen.
Nur die besondere und weiche Gummimischung eines Winterreifens sorgt bei sehr niedrigen Temperaturen
für bestmögliche Haftung.
Bei einem Reifenplatzer Kupplung treten, Lenkrad festhalten
und Fahrzeug ausrollen lassen. Ruhe bewahren! Nur wenn es zum Schleudern kommt: Bremsschlag!
Haftung
Übrigens: Minderluftdruck ist die
Hauptursache für diesen Katastrophenfall.
Die Haftung, die Ihr Reifen auf der Fahrbahn findet, ist messbar:
| Trocken |
100% |
| Nässe |
60 - 70% |
| Schnee |
20 - 25% |
| Eis |
5 - 7% |
Ihre Reifen brauchen Haftung, um Kräfte zu übertragen.
Wenn Sie aber schon 50% Ihrer Haftung für die Antriebskräfte nutzen,
ist dementsprechend nur noch eine eingeschränkte Seitenführung möglich.
Mit diesen Kräften zu haushalten, ist das „A und O” des sicheren
Autofahrens. Somit ist auch Kupplung treten oder bei Automatik Gas wegnehmen
im Grenzbereich immer ein probates Mittel, die Seitenführung des Autos
etwas zu verbessern. Weniger Antriebskräfte bedeutet mehr Seitenführung!
Bremsweg
Bremsweg und Fliehkräfte entwickeln sich immer im Quadrat
zur Geschwindigkeit.
Beispiel: Eine Tempoerhöhung von 50 auf 70 km/h bedeutet eine Verdoppelung des Bremsweges.
Rechnet man jetzt noch die Reaktionszeit des Fahrers dazu (in Metern pro Sekunde), ergibt sich folgender
Vergleich:
50 km/h = 13,88 m Reaktionsweg + 12,05 m Bremsweg = ca. 26 m
70 km/h = 19,44 m Reaktionsweg + 23,63 m Bremsweg = ca. 43 m
Wo der 50 km/h Fahrende bereits mittels Notbremse steht . . .
. . . ist der 70 km/h Fahrende noch ca. 60 km/h schnell ! ! !
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